Mittwoch, 29. Januar 2014
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Google’s Semantik & Conversational Search
Die Entwicklung von einfachen Ergebnislisten zu schnellen, präzisen Antworten
 Web
 

Suchmaschinen verändern und erleichtern seit Jahrzehnten unser Leben maßgeblich, allen voran Google. Doch wie schafft es eine Suchmaschine vom simplen Ausgeben einer Ergebnisliste, zu einer regelrechten Antwortmaschine zu werden?

Das Stichwort heißt „Semantik“. Jeder von uns hat schon nach Begriffen gesucht, bei dem irgendeine Neuheit aufgefallen ist. Sei es eine Infobox rechts neben den Ergebnislisten („Knowledge Graph“), Bilder von Personen oder Marken oder Karussell-ähnliche Leisten, beinahe täglich tauchen neue, hilfreiche Module und Features in der Suchmaschine auf. Auch kann Google unsere Sprache und unser Denken immer besser nachahmen, um Zusammenhänge zu verstehen. So werden Begriffe, wie “verschwunden”, auch mit “weg” oder “weggebrochen” in Verbindung gebracht, da der Sinn und die Intention identisch sind.

Googlesuche und Semantik

Was will Google mit diesen Neuheiten?

Klare Antwort: Das Suchverhalten und die User Experience verbessern! Sucht man beispielsweise nach ganzen Sätzen, wie „Wie ist das Wetter in Salzburg“ oder „Wie alt ist Barack Obama“, kann Google auch eine klare Antwort geben. So müssen User nicht mehr zwangsläufig auf gelistete Links zu Webseiten klicken, sondern erhalten sofort das, was sie gesucht haben. Wir reden hier von der sogenannten „Conversational Search“, also einem regelrechten Gespräch (mit einer Software wohlgemerkt).

Warum das alles?

Nun, wie jeder weiß arbeitet Google an futuristischen Neuheiten in Form von Brillen mit Sprachsteuerung oder selbstfahrenden Automobilen. Dabei soll vor allem eines gewährleistet sein: Der unkomplizierte und schnelle Umgang mit der Suche und Kommunikation. Sucht man mittels Spracheingabe (übrigens mit fast allen Smartphones und Tablets möglich) nach einem Restaurant in der Nähe, dann erwartet man sich ebenso schnelle Antworten. Bei diesen Antworten darf allerdings die Präzision nicht fehlen. Wird zu einer Suchanfrage ein irrelevantes oder minderwertiges Ergebnis geliefert, so werden wir User uns nicht über diesen Inhalt an sich beschweren, sondern über Google, weil es uns angezeigt wurde. Die Präzision der Ergebnisse nimmt demnach eine entscheidende Rolle im Umgang mit Suchverhalten, Suchanfragen und deren Eingabe ein.

Warum kann uns Google diese präzisen Antworten geben?

Auch hier ist das Schweigen des Suchmaschinenriesen groß. Eines ist jedoch völlig klar – Google lernt. Und wenn man auf jahrelange „Erfahrung“ – also gesammelte Daten von Usern und Suchanfragen – zurückgreifen kann, dann hat man einen klaren Vorteil auf seiner Seite. Zudem arbeitet Google sehr eng mit großen Webseiten, wie der Wikipedia oder Freebase, zusammen, um fundiertes und gewährleistetes Wissen thematisch auszulesen. Das ist im Übrigen ein Grund für den rasanten Verlust von Zugriffen auf der Wikipedia im letzten Jahr.

Bisher sind diese Angaben ohnehin beschränkt auf spezifische Anfragen und Themen, doch ist hier ein ganz klarer Aufwärtstrend zu erkennen. So wird deine generelle semantische Suche nicht mehr lange auf sich warten lassen. Google ein Monopol auf die Suchmaschinenwelt vorzuwerfen ist meiner Meinung nach völlig falsch – Google hat ein Monopol auf das globale Wissen erlangt und vermag damit unser Verhalten grundlegend zu adaptieren (und zu verändern).

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  • David Linden

    Schöner Artikel! Und der Screenshot gefällt mir besonders gut;-)

  • Daniel Herndler

    Hi David, danke für dein Feedback. In diesem Screenshot kann man sehr gut sehen, wie Google den Sinn und die Intention einer Suche versteht. Ziemlich “menschlich” mittlerweile.